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Bauanleitung für
eine Kräuterspirale
Die
Kräuterspirale ist ein dreidimensionales Beet. Es ermöglicht auf kleinstem Raum
Standortansprüchen von Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen gerecht zu werden.
Die
Oberfläche der Kräuterspirale wird durch einen sich spiralig nach oben windenden
Turm vergrößert, die Seitenwände dieses Turms werden durch Steine befestigt, die
die Sonnenwärme speichern und an die Pflanzen abgeben. Den Fuß der
Kräuterspirale bildet ein Miniteich, der zusätzlich Wärme speichert und
reflektiert.
Dieses
sich nach oben windende Beet wird mit unterschiedlichem Füllboden
augestattet.
Es
entstehen folgende Bereiche:
A
Wasserzone: feucht und naß durch den Miniteich, bei dem es darauf ankommt eine
Verbindung zur Umgebung zu ermöglichen. Hier gedeihen Brunnenkresse, Bachbunge
und Wasserminze, deren Wachstum allerdings besser durch einen Tontopf im Zaum
gehalten wird.
B
Feuchtzone: humusreich, sonnig und feucht, der Boden wird mit Komposterde
angereichert. Hier wachsen Petersilie, Kerbel, Schnittlauch.
C
Normalzone: Halbschattig, humos, trocken ideal für Zitronenmelisse,
Pimpinelle.
D
Mittelmeerzone: durchlässig, mager und trocken, eine gute Drainage wird durch
Bauschutt als Füllmaterial unterstützt. Es wird Kalk mit untergemischt, denn
hier wachsen die kalkliebenden Mittelmeerkräuter, wie Bergbohnenkraut, Thymian
und Salbei.
Die
Kräuterspirale entstammt der Permakultur. Ein System der permanent agriculture,
dessen Begründer der Japaner Masanuba Fukuoka ist. Grundlage ist die genaue
Beobachtung der Natur, um Prinzipien zu erkennen, unterstützend mit ihnen und
nicht gegen sie zu arbeiten. Er kommt zu der Schlußfolgerung, daß dadurch viel
Arbeit gespart werden kann und nennt seine Methode auch die
„Nichts-tun-Landwirtschaft". Seine Ideen wurden von dem Australier Bill Mollison
aufgenommen,
angewandt und weiterentwickelt, u.a. zu der Idee der
Kräuterspirale.
Die
Praxis
Eine
Kräuterspirale kann im Frühjahr oder im Herbst angelegt werden.
Bei
der Auswahl des Ortes ist zu beachten, daß der Weg zur Küche nicht zu weit ist
oder trockenen Fußes zurückgelegt werden kann. So können die frisch gepflückten
Kräuter sofort verarbeitet werden.
Die
Kräuterspirale soll frei zur Sonne stehen, ist das nicht möglich, kann natürlich
die Form verändert werden.
Eine
harmonisch gestaltete Kräuterspirale braucht eine Grundfläche von ca. 3qm und
ist 1m hoch.
Begonnen
wird mit dem Teich, der in Richtung Süden weist. Von da aus zeichnen wir die
Form auf und kennzeichnen sie mit Stöcken. Die Mauern werden beginnend vom Teich
von außen nach innen aufsteigend gebaut. Für den sichtbaren Teil werden Steine
verwendet, wie Feldsteine, Kalksandsteine oder Ziegelsteine, die sich harmonisch
in die Umgebung integrieren. Die Mitte und die Höhe gewinnt die Kräuterspirale
mit Hilfe von Bauschutt, der billig zu bekommen ist.
Werden
die Mauern mit runden Natursteinen gebaut, müssen die Zwischenräume mit Lehm
oder Erde ausgefüllt werden.
Der
Raum zwischen den Mauern der Kräuterspirale sollte etwa 60 cm brei
sein.
Der
Teich kann mit Teichfolie ausgelegt werden, dann kann er frei gestaltet werden.
Auch ein Maurerkübel, der zur Hälfte mit Sand gefüllt wird, erfüllt seinen
Zweck. Wie schon erwähnt, muß darauf geachtet werden, daß eine Verbindung von
Erde zum Wasser besteht, damit die Pflanzen mit Wasser versorgt werden. Es
werden durch Steine Übergänge zum Wasser geschaffen, sodaß auch Vögel den Teich
als Tränke nutzen können.
Die
Erde am Fuß der Kräuterspirale wird mit reifem Kompost gemischt, die für die
Spitze mit Sand und Kalk.
Jetzt
kann mit dem Bepflanzen begonnen werden. Auch die Zwischenräume der Mauern
können mit kriechendem Thymian, Dachwurz oder Tripmadam bepflanzt
werden.
Großwachsende
Kräuter mit langen Wurzeln wie Alant, Liebstöckel, Beinwell und Meerettich
sollten außerhalb der Kräuterspirale ihren Platz finden, die
Wurzelausscheidungen des Wermuts wirken sich ungüstig auf das Wachstum anderer
Kräuter aus. Auch Minzen und Estragon sind für die Kräuterspirale nicht
geeignet, da sie Wurzelausläufer bilden und sich somit über die gesamte Spirale
ausbreiten.
Kapuzinerkresse
muß an den Rand gepflanzt werden, damit sie sich nach außen hin ausbreiten
kann.
Basilikum
wird am Besten in einem Tontopf auf die Kräuterspirale in die volle Sonne
gestellt und öfter nachgegossen, denn es braucht Wärme und
Feuchtigkeit.
Rosmarin
wird auch besser in einen Topf gepflanzt und eingelassen, da er nicht winterhart
ist und im Haus überwintert werden muß.
Der
Phantasie sind bei der Bepflanzung keine Grenzen gesetzt. Auf einer großzügig
angelegten Kräuterspirale finden neben Gewürz- auch Heil-, Tee- und Wildkräuter
Platz. Bei der Pflanzenauswahl für eine kleinere Kräuterspirale ist es ratsam,
auf kleinwüchsige Sorten, die es von fast allen Gewürzkräutern gibt,
auszuweichen.

Hier eine
Pflanzenliste:
G
= Gewürz
H
= Heilkraut
W
= Wildkraut
T
= Teekraut
kl
= kleinwüchsig
Bereich A:
Brunnenkresse
(G), Bachbunge (G), Kalmus (H), Wasserminze (T)
Bereich B:
Kerbel
(G), Petersilie (G), Schnittlauch (G), Schnittknoblauch (G), Sauerampfer (G),
Schildampfer (G,kl), Guter Heinrich (W), Knoblauchrauke (W), Winterhecke (G),
Indianernessel (T), Luftzwiebel (G), wilde Rauke (G)
Bereich
C:
Melisse
(G,H,T), Melisse, goldfarben und buntblättrig (kl,G,H,T), Pimpinelle (G),
Portulak (G), Oregano (G), Oregano,kretisch (G,kl),Buschoregano (G,kl)Ysop (G),
Ysop, gezahnt (G,kl)
Bereich
D:
Bergbohnenkraut
(G,kl), Salbei (G), Salbei, lavendelblättrig (G,kl), Thymian (G,H), Buschthymian
(G,H,kl), Quendel (G,H), Zitronenthymian (G,T), Orangenthymian (G,T), Majoran
(G), Lavendel (G,H,T), Lavendel ‘Munstead’ (G,H,T,kl), Lavendel ‘Dwarf Blue’
(G,H,T,kl), Currykraut (G), Zwergcurrykraut (G,kl)
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